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Monolithe – Epsilon Aurigae (Album-Rezi)

Monolithe - Epsilon Aurigae (Album-Cover)Monolithe – Epsilon Aurigae
Genre: Doom Metal
Spiellänge: 45:00
Label: Debemur Morti
VÖ: 18.12.2015
Bewertung:
★★★★★☆

Ach ja. Die sieben monolithischen Herren aus Frankreich geben sich mal wieder die Ehre und bedienen den geneigten Funeral Doom-Hörer wieder einmal mit einer Langrille. Dieses Mal ist aber alles anders im Hause Monolithe. Die vorangegangenen Outputs waren schlichtweg immer mit dem Bandnamen und der jeweiligen Veröffentlichungsbezifferung betitelt und enthielten einen einzigen Song, die den Begriff „episch“ neu definierten. Vier Alben, vier Songs (man lasse EPs einmal außen vor). Experimentellen Charme hatten Monolithe ja schon immer. Melodische Gitarrenpassagen wechselten mit dissonanten Keyboardsequenzen. Tragende Sphären, dann und wann wurde es treibend.

Progressiv wird es jetzt auch, sogar mehr denn je und doch auch bodenständig. Progressiv, weil gedehnte chromatische Passagen im Gegenlauf zu genannten dissonanten Keyboards scheinbar endlos, gar hypnotisch zelebriert werden. Melodische Gitarrensoli setzen sich auf den Maelstrom fließender Klänge, wirken verspielt, nicht unentschlossen, dennoch nicht überbordend und erinnern entfernt an Ausflüge in die progressiven 70er, die psychedelisch angehaucht sind. Es übernehmen melodische Gitarrenlinien, die einem zu einem Höhepunkt des Songs geleiten, nur um dann wieder ins Dissonante zu münden. Verminderte oder übermäßige Akkordvariationen lassen sich ausmachen.

MonolitheIm Prinzip alles, was für Monolithe zum Trademark geworden ist. Sie brechen aber mit einer Tradition: Plötzlich befinden sich drei getrennte Songs auf dem Album, betitelt mit Epsilon Aurigae 1: Synoecist, Epsilon Aurigae 2: TMA-0 und Epsilon Aurigae 3: Everlasting Sentry. Alle Songs haben ein Intro und sind somit klar voneinander getrennt. Dies nimmt auf den ersten Blick die äußere Korrelation des Albums, ergibt aber insofern Sinn, als dass Monolithe sich hier deutlich verspielter geben können. Nr. 1 ist dabei eher progressiv-dissonant. In Nr. 2 wird Melodie mit Disharmonie verbunden. Dabei entspinnt sich zum Höhepunkt ein melodisch-harmonisches Geflecht, das sich subtil in die Gehörgänge schleicht. Nr. 3 beginnt sehr keyboardlastig, fast schon symphonisch. Auch hier sind Dissonanzen zu hören, aber dieser Track stellt den melodischsten Beitrag dar! Und somit haben wir drei, auf den Punkt, 15 minütige Songs, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zwar den Doom nicht neu definieren, ihm aber individuelle Nuancen verpassen. Auf der einen Seite typisch Monolithe, auf der anderen Seite deutlich verspielter. Man mag diskutieren, ob der Wechsel von einem überlangen Song zu drei einzelnen Teilen gelungen ist. Ich persönlich mag das Ergebnis.

Der Sound ist typisch: Druckvoll, knallende Drums, schwammige, aber präsente Gitarrenteppiche, klare Melodiegitarre, insbes. bei Soli, ein vernehmbarer Bass und gut hörbare, aber nicht aufdringliche Keyboards.

Als geneigter „Doomer“ sollte man ohnehin einmal ein oder zwei Öhrchen riskieren. Die düstere Grundstimmung der vergangenen Veröffentlichungen Monolithe I-IV wird immer erreicht, splittet sich eben in drei getrennte Songs. Wer sich damit in der Kausa Monolithe anfreunden kann, ist hier richtig und gut bedient.

Website: http://www.debemur-morti.com/en/47-monolithe

  • Sagaart

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