monasteria dot net - der Terminkalender für Münsters Szene

Sweet Ermengarde – Raynham Hall (Album-Rezi)

Sweet Ermengarde - Raynham HallSweet Ermengarde – Raynham Hall
Genre: Gothic Rock, Doom Metal
Spiellänge: 65:16
Label: Equinoxe Records
VÖ: 08.07.2013
Bewertung:
★★★★★★

Die volle Punktzahl vergebe ich sehr selten. Es kommt aber vor, dass ich echt sehr begeistert bin, von einer Platte, die mir in so manchem Moment alles gibt, was ich brauche. Raynham Hall der Bochumer Formation Sweet Ermengarde ist so ein Album, das vor Atmosphäre nur so strotzt. Dabei bedienen sich die Herren nichtmal besonders neuer musikalischer Gefilde, wildern sie doch in den seligen 80ern und 90ern und fröhnen dem Gothic Rock, den Bands wie Sisters of Mercy, The Mission oder auch Fields of the Nephilim so grandios verkörperten. Anspruchsvoll, jedoch nicht überladen oder anstrengend. Zugleich eingängig und doch fordernd. Melancholisch, aber niemals kitschig. Mal treibend, mal zurückhaltend, zerbrechlich und nachdenklich. Alle diese Attribute treffen auf Raynham Hall zu. Diese Platte ist für Fans der oben genannten Bands gleichermaßen zu empfehlen, wie für Freunde der gesetzteren Arbeiten von Paradise Lost oder Katatonia.

Sweet Ermengarde

Sweet Ermengarde

Die Produktion des Albums ist wirklich gelungen. Sehr warm, dabei jedoch niemals zu anheimelnd. Gut hörbare Gitarren, die gerade in den melodischen und cleanen Parts zu überzeugen wissen, da die Melodien immer zu vernehmen sind. Mal vordergründig, mal subtil überbordend. Das gibt den Songs eine eigene Dynamik. Hinzu gesellt sich ein knackig-rhythmischer Bass, der nicht nur einfach da ist, sondern einen eigenständigen Part in der Musik einnimmt. Das Schlagzeug wurde weit weg von steril produziert. Es besticht ebenfalls durch Präsenz. Die Bassdrum gibt das Fundament, die Snare die rhythmischen Ankerpunkte, die Becken markieren Zäsuren und rhythmischen Groove. Ab und an gesellt sich noch ein sphärisches Keyboard dazu. Und das alles auf einem Debutalbum.

Bei jedem Hören bekomme ich eine Gänsehaut. Ich bin begeistert. Einzelne Songs zu empfehlen fällt mir schwer. Von den treibenden Songs gefällt mir der Opener Near Dark und die Videoauskopplung A Promise to fufill am meisten. Bei den zurückhaltenden, ruhigeren Stücken gefällt mir Kisses sehr. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Unterm Strich bleibt ein rundum gelungenes Stück düsterer Rockmusik, das es schafft Altes aufzugreifen, Vielschichtigkeit zu beweisen und vor allem ein eigenständiges Gewand zu präsentieren.

Ich bin baff, dass es sowas heutzutage noch gibt! Ein paar euro Eintritt und schon öffnet die Raynham Hall auch für euch die Pforten!

Anspieltipps: ALLES!

Sagaart

Website: www.sweet-ermengarde.de

Sweet Ermengarde – A Promise to fulfill

Sweet Ermengarde – Near Dark

 

Comments are closed.