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Words of Farewell – The Black Wild Yonder (Album-Rezi)

Words of Farewell – The Black Wild YonderWords of Farewell – The Black Wild Yonder
Genre: Melodic/Progressive Death-Metal
Spiellänge: 54:00
Label: AFM Records
VÖ: 28.02.2014
Bewertung:
★★★★★★

Es ist da! Das neue Album der noch sehr jungen Band Words of Farewell! Das Opus hört auf den Namen The Black Wild Yonder und eine Sache kann man gleich vorweg nehmen: Die Jungs legen hier noch eine Schippe drauf, was Vielfältigkeit, Spielfreude und Songwriting angeht. Dabei beginnt das Album sogar eher etwas ruhiger. Continuum Shift ist zu Beginn mit cleanen Gitarren und pointiert gesetzten Tönen über einer zurückhaltenden tieffrequenten Klanglandschaft eher introvertiert. Allein dieser Song haut bereits eine Vielzahl an Harmonien raus, die einen in verschiedenste Stimmungen versetzen. Es gibt viele verspielte Gitarrenriffs, sowie Keyboardeinlagen, dass einem fast schon schwindelig wird. Es wird mit Tempovarationen gespielt, so dass man denkt dass es jetzt richtig auf die Fresse gibt, in Wirklichkeit aber im halben Tempo weiter gespielt wird.

Allein dieser Song steht stellvertretend für das Album, denn abwechslungsreich geht es weiter. Telltale Notion ist einer dieser Songs, die straight forward gehen. Hat das Zeug zum „Clubbanger“. Staccato Riffing trifft auf orchestrale Breite und einen Refrain mit Ohrwurmcharakter. „No! This ist not the end of the world!“ Und dies ist zum Glück auch noch nicht das Ende dieser Platte.

In Kingdoms of Rain versprüht in der Tat eine Atmosphäre, die einem Sommerregen nachempfunden scheint. Diese Stimmung zwischen Regen und sommerlicher Wärme. Dieser Song hat etwas Versöhnliches.

Und so geht es weiter: Vertrackte Rhythmuspassagen und Tempowechsel wie in Outer Rim oder Luminary Ghost, dessen Riff zu Beginn einige Reminiszenzen an Meshuggah offeriert. Eine wunderschöne orchestrale Tiefe, die eine Unbeschwertheit beschert, wie in Temporay Loss of Reason, welches zudem mit ein paar orientalisch angehauchten Elementen und einem tollen Solobattle zwischen Gitarre und Keyboard aufwartet. Das Ende des Songs ist fast schon klassisch erhaben und schraubt sich harmonisch weiter in die Höhe, dass man das Gefühl bekommt schwerelos zu sein.

Words of Farewell

Words of Farewell

Das Album ist gut produziert, dabei aber etwas zurückhaltender als das Debut. Die Bassdrum ist zum Beispiel gut zu vernehmen, dabei knallt sie einem aber nicht die Gehörgänge weg. Gitarren und Keyboardpassagen sind recht klar, Melodielinien sind gut zu hören. Das Stimmvolumen hat sich erhöht und auch an der Varianz wurde gearbeitet. Was hier technisch geboten wird, ist auf absolut professionellem Niveau: Die Gitarrenarbeit, das Keyboard, die Drums, der Bass, der Gesang, alles wird mit einer Präzision gespielt, die für eine derart junge Band erwähnenswert ist! Man hat das Gefühl hier eine Band vor sich zu haben, die bereits 10-15 Jahre im Geschäft ist.

Kurzum: Jungs euch ist ein verdammt gutes Album gelungen.

Jedoch: Man muss dem The Black Wild Yonder mindestens drei volle Rotationen gönnen, damit es sich entfalten kann, denn eines ist dieses Album beim ersten Hören nicht: Leicht zugänglich. Words of Farewell ist hier ein rundum gelungenes Stück melodisches Todesblei gelungen, dass durch ausgefeiltes Songwriting, ein Versus zwischen melodischer Zugänglichkeit und progressiver Verschachtelung und einer orchestralen Weite vollständig überzeugt! Dazu viele Gitarren und Keyboardfrickeleien und fertig ist ein ein wahrer Hörgenuss, der sich erst nach einigem Hören offenbart.

Ich vergebe die volle Punktzahl für ein eher introvertiertes Werk, das voll und ganz nach außen strebt!

Anspieltipps: Telltale Notion, Temporary Loss of Reason, Luminary Ghost und der Rausschmeißer Riven

Website: https://www.facebook.com/wordsoffarewell

Anmerkung:
Die Rezension wurde bereits vor VÖ des Albums im Februar geschrieben. Leider bin ich bisher durch sehr viel anderweitige Arbeit nicht dazu gekommen sie zu veröffentlichen. Ein großes Sorry dafür!

– Sagaart

 

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