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Rückblick: Dunkle Träume aus Metall

The HourglassDunkle Träume aus Metall – Dark Dreams in Metal im Sputnikcafé

Samstag der 09.11.2013. 19.00 Uhr. Es ist dunkel, kalt und nass. Typisches Münsterwetter. Auf der Agenda stand diesen Abend Dark Dreams in Metal. Eine Konzertidee des münsterschen Mathematik Professors Christopher Deninger (Monasteria berichtete). Nun war es also so weit und mein Photograph und meine Wenigkeit machten uns auf den Weg aus der gemütlichen Pizzeria Richtung Sputnikhalle. Recht zeitig kamen wir an und versorgten uns gleich mit nem Bier und Nikotin. Die Wartezeit musste ja irgendwie durchgebracht werden.

Die erste Band enterte die Bühne im Sputnikcafé um ca. 20.00 Uhr. Der Raum füllte sich auch recht zügig mit Publikum. Den Abend eröffneten die Siegener Infinite Horizon die anfangs noch etwas schüchtern mit ihrem progressiven Power Metal begannen. Der Funke sprang aber recht schnell über, sodass die Stimmung im Café recht schnell aufheizte. Die Jungs von Infinite Horizon

Infinite Horizon

Infinite Horizon

wussten durchaus mit ihren mitreißenden Songs zu überzeugen. Da gesellten sich rockige Gitarrenriffs neben zügige Speed und Power Metal Passagen. Garniert mit einigen epischen, sowie melodischen Keyboardeinlagen wusste die Band durchaus zu überzeugen. Vereinzelt wurde es auch doomig und schleppend, niemals zu ausufernd, sondern wohl dosiert. Da fühlte man sich neben Heroen wie Hammerfall auch mal wohlig an Heavy-Doom Bands wie Grand Magus erinnert. Wohl gemerkt: Erinnert, denn Infinite Horizon wissen als eigenständige Band zu überzeugen. Auf Platte und vor allem aber auch live, denn die Truppe wirkt auf der Bühne sehr natürlich und bodenständig. Publikumsanimationen wurden gut angenommen, das Publikum und die Band hatten sichtlich Spaß an ihrem Gig. Dies wurde durch das Publikum mit Applaus und vereinzeltem Mitnicken honoriert. Der Sound war gut abgemischt. Die Band bemerkte, dass sie an diesem Tag ohne Bassist auftreten. Dies wäre vom Sound her kaum aufgefallen, wurde durch den Mischer gut aufgefangen. Unterm Strich ein schöner Auftritt, der den Abend sehr gut eröffnet hat, denn die Songs selbst zeigen eine gewisse fluffige Unbeschwertheit und treiben durch wohl dosierte Epik zu gefallen, die nicht in triefenden Pathos abdriftet. Gute Wahl diese Band an den Anfang des Abends zu setzen.

Layment

Layment

Die zweite Position des Abends erhielten Layment aus Herne. Ebenfalls eine Band mit Bodenständigkeit und Spielfreude. Musikalisch bewegen sich Layment in verschiedenen Spuren, was mir bei Aufnahmen, die ich mir im Vorfeld angehört habe doch eher etwas Kopfzerbrechen bereitet hat. So ordnen sich Layment selbst in die Sparten Rock, Folk und Heavy Metal ein. Vielleicht rühren meine Probleme einfach auch daher, dass ich noch kein Album der Band als Ganzes hören und nur vereinzelte Songs als Promos genießen konnte. Es ist im Prinzip in Bezug auf diesen Gig egal, denn die Band wusste, wie man sich auf einer Bühne zu verhalten hat. Live animierte das Material eindeutig zum Kopfnicken, Headbangen, Tanzen usw.. Das ganze immer mit einer lässigen, gewissermaßen selbstironischen „Arschtrittattitüde“, getreu dem Motto: Wir machen das, was uns gefällt und wollen einfach Spaß mit der Musik und dem Publikum. Das Konzept ging auf und somit gab es eine recht ausgelassene Stimmung zu den mal metallischen, mal eher rockigen und mit folkigen Gitarrenriffmelodien gewürzten Songs. Sollte man mich fragen, welche Inspiration ich heranziehen müsste…mhhh.. Ich würde zu den Apokalyptischen Reitern und zu Sentenced tendieren. Schade ist nur, dass der Sound bei mir und in meinem Umfeld sehr matschig ankam. An diesem Standort wurden die Gitarren, Keyboard und in Teilen der Gesang von einem Bassdrum- und E-Bassgewabbel platt gemacht. Schade, denn so konnten die teils dreckig rockigen und episch-melodischen Songs nicht ganz ihre volle Wirkung entfalten. Und vor allem führte es dazu, dass ich bei dem Song „Flaschengeist“ eine Textzeile im Refrain immer als „Spermien in der Tat“ verstanden habe (nichts für ungut Jungs ;D..:)..).

The Hourglass

The Hourglass

Das Triumverat sollte nun mit der rumänischen Band The Hourglass vervollständigt werden. Geboten werden sollte nun Female Fronted Opera Metal orchestraler Art und ja: Wer sich jetzt an Bands wie Nightwish erinnert fühlt, liegt goldrichtig, denn eine gravierende Ähnlichkeit mit eben jenen Veteranen dieser Musiksparte ist nicht von der Hand zu weisen. Nun handelt es sich hierbei um eine extrem junge Band, denn The Hourglass haben noch keinen besonders großen Backupkatalog: Gerade einmal eine Demo mit zwei Songs haben sie vorzuweisen. Das hielt Christopher Deninger jedoch nicht davon ab The Hourglass gleich ein zweites Mal einzufliegen und ein Konzert mit ihnen zu organisieren. Was mir sofort auffiel war, dass der Sound recht ausgewogen war und jedes Instrument gut zu hören. Die Band schritt unablässig voran und spielte ein schönes Set mit abwechslungsreichen Stücken. Alma, Sängerin und Songwriterin, schmetterte mit ihrem Sopran teilweise recht ausgefeilte Gesangslinien in den Raum, dass es eine Freude war zuzuhören. So geschehen bei einem Song in dem die Gesangslinie nicht konventionelle Wege ging, sondern mal unerwartet ausbrach und etwas wie ein ungebändigtes Tier ausschlug. Dazu die Linie leicht angeschliffen und der psychedelische Effekt war gegeben. Jeder Song wurde durch orchestrale Interludes eingeleitet, kurze Erläuterungen zu den Songs rundeten den Auftritt ab. Die Keyboardfraktion arbeitet sehr akkurat und pointiert. Das Zusammenspiel der Band wirkt ohnehin schon recht geschlossen. Sehr gute Vorraussetzungen für eine weitere Laufbahn. Ebenfalls wirkt die Musik und die Attitüde der Band sehr ehrlich und genau das kam bei diesem Konzert sehr gut über, da man sich in der ein oder anderen Geschichte, die die Band erzählt hat, wiederfinden konnte.

The Hourglass

The Hourglass

Es war ein sehr gelungener Konzertabend, an dem für jeden was dabei war. Das befand auch das Publikum, denn das Sputnikcafé war sehr gut gefüllt und es herrschte die entsprechende Atmosphäre bei jeder Band. Deningers Konzept der Gleichberechtigung ging auch auf. Es gab keinerlei Stress beim Bandwechsel und jede Band durfte Zugaben spielen, die auch vom Publikum eingefordert wurden. Das Publikum hatte Spaß und kam auf seine Kosten. Den Bands konnte man den Spaß auf der Bühne anmerken. Christopher Deninger stand die Freude in den Augen. Fazit: Ein rundum gelungener Abend!

Die Besucher des Konzertes konnten anschließend noch die Nacht bei der Electric Ballroom und der Disintegration Party ausklingen lassen. Was will man mehr?

Setlist Infinite Horizon:
1. Return to Babylon
2. 28 Days
3. Lost in the Future
4. Code of Decadence
5. Fallen Empires
6. Thrones of Grief
7. Daydreamer/GB-Medley
8. The Reaper
9. Dark Side of the Sun
10. Pay high, fly low (Zugabe)

Infinite Horizon auf Facebook:
www.facebook.com/infinitehorizonmusic

 

The Hourglass

The Hourglass

Setlist Layment:
1. This Covenant
2. Crossroads
3. Remain Blind
4. Burning Candle
5. The Forge
6. Feuergeist
7. Death
8. Longlost Forever
9. Sons of Herne (Zugabe)

Layment auf Facebook:
www.facebook.com/layment

Setlist The Hourglass:
1. Intro + Away
2. Dying Star
3. Dies Irae
4. In Remembrance
5. Magdalene
6. Rise
7. The Fall
8. Abandoned
9. Dare
10. Way Home

The Hourglass auf Facebook:
www.facebook.com/TheHourglassRomania

Geschrieben von DJ Sagaart

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