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VNV Nation – Transnational (Album-Rezi)

Transnational Album CoverVNV Nation – Transnational
Genre: Future/Electro Pop
Spiellänge: 53:00
VÖ: 11.10.2013 (Anachron Sounds/Soulfood)
Bewertung:
★★★★★☆

Da ist es nun das neue Opus der Future Pop-Heroen VNV Nation. Und eins vorweg: Mir gefällt das Album sehr! Das mag daran liegen, dass es sicherlich recht gefällig ist, aber es mag ferner daran liegen, dass das Album meiner Meinung nach wie aus Guss gezimmert wirkt. Aber der Reihe nach. Ich werde nun etwas tun, was ich selten tue: Ich werde eine Auflistung der Songs von Transnational abliefern und jeden Song in einigen Sätzen beschreiben.

 1. Generator
Das Intro des Albums beginnt schlicht und recht sphärisch bis ein 4/4 Beat dazu kommt, welcher mich nicht ganz zu überzeugen mag, da ich ihn eher als störend empfinde. Das Album wird dennoch gut eingeleitet.

2. Everything
Der erste richtige Song auf dem Album besticht durch seine positive Grundeinstellung und poppigen Synthieeinstellungen, die doch geringfügig an Space and Time vom Vorgänger erinnern aber dennoch zu gefallen wissen.

3. Primary
Dieser Song treibt von Anfang an nach vorn, wobei die Basslinie schon an Streamline von Automatic erinnert, jedoch entwickelt sich dieser Song etwas anders und man wippt unwillkürlich mit dem Fuß mit.

4. Retaliate
Schon im Vorfeld im Netz veröffentlicht weiß dieser Song in Hinsicht auf Clubtauglichkeit zu überzeugen, da Ronan und Mark hier wirklich schöne treibende Synthiarbeit geleistet haben, so dass man zum Schluss kommen kann, dass jeder selbst Schuld ist, wenn er hier die Tanzfläche nicht stürmt. Dieser Song ist der neue VNV-Clubkracher mit einigen leicht verfrickelten Sounds und straightem Beat!

5. Lost Horizon
Mich haben die VNV-Instrumentals immer etwas genervt. Dieses Instrumental ist anhörbar. Lost Horizon beginnt episch-sphärisch und geht dann in eine Trancenummer über, die mich zumindest nicht stört. Gefällig eben…

6. Teleconnect Part 1
Die obligatorische VNV-Ballade, auch wenn sie mich nicht vollends überzeugen kann, da sie etwas daherfließt und VNV deutlich mehr Gänsehaut hinbekommen (allen voran das schlichte From my Hands vom 2009er Album Of Faith, Power and Glory). Ich mag zudem die Drumprogrammierung irgendwie nicht so. Der Song ist nicht schlecht, aber es geht besser.

7. If I was
Die wohl poppigste und gefälligste Nummer des Albums. Ich bin unschlüssig. Auf der einen Seite mag ich die positive Einstellung des Songs, auf der anderen Seite streift dieser Song haarscharf an schlageresker Musik vorbei. Im Gegenzug bereitet einem der Part Gänsehaut, wenn nur noch Piano und Ronans eigensinniger Gesang zu hören sind. DAS sind VNV Nation. An genau DIESER Stelle: Schlichtheit, die voll ins Schwarze trifft.

8. Aeroscope
Der wohl härteste Track des Albums und wieder ein Instrumental. Wäre ein perfekter Clubtrack, wenn Ronan dazu noch einen wunderbaren Aggrotext geschrieben und gesungen hätte. So bleibt ein Track, der in seinem Instrumentalcharakter schon stark an Combichrist erinnert, somit also stark nach vorn treibt und aucht tanzbar ist, aber leider nicht zu 100% überzeugen kann, denn ohne Ronans Stimme hören wir hier eigentlich eher Combichrist.

9. Off Screen
Ein eher melancholischer Song in dem man Ronans Stimme im ersten Augenblick gar nicht als seine identifiziert. Erinnert etwas an die Pet Shop Boys. Ein straighter Elektropopsong ist das Ergebnis. Steht dem Album gut! Erinnert mich persönlich etwas an Standing nur etwas flotter. Die Atmo ist aber recht ähnlich. Diesen Song an die letzte reguläre Songposition zu setzen war eine gute Entscheidung!

10. Teleconnect Part 2
Das ist das, zugegebenermaßen, längste Outro, was ich jemals gehört habe. Es beginnt relativ unspektakulär mit sphärischem Synthiegeplingel und man wartet fast geschlagene 1 ½ Minuten bis endlich mal der erste Akkordwechsel folgt. Dieses Outro nimmt sich Zeit, spielt mit Sequenzierungen und Dynamik und schleicht sich langsam in die Gehörgänge. Ein Beat und Ronans Gesang kommen in 5:55 dazu und vollenden den Track. Teleconnect Part 2 klingt mit hintergründigen Synthies und dem Beat, der straight bis zum Schluss gespielt wird, aus.

VNV NationTransnational endet abrupt und dennoch habe ich das Gefühl etwas wirklich Durchdachtes und Vollendetes gehört zu haben. Die Quintessenz des Albums ist seine Affinität zum Pop und das soll hier kein Vorwurf oder eine Form von Kritik sein, denn VNV Nation produzieren schon recht lang ihren Stil von (Elektro-)Pop. Im Gegenteil: Fand ich Automatic in großen Teilen ziemlich lahm würde ich Transnational ein gewisses poppiges Erwachsenwerden attestieren.

Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt. Die Produktion wirkt manchmal etwas fade und irgendwie unausgegoren, wobei man das auch als Stilmittel sehen kann, denn auch Ronans Gesang ist manchmal eher in den Hintergrund gemischt. Besonders stark macht sich dies bei Off Screen im Verhältnis der Strophen zum Refrain bemerkbar. Dies vermittelt den Eindruck, dass es sich um ein sehr introvertiertes Album handelt. Ich bin mir noch nicht so sicher, wie ich das werten soll und auch will.

Was aber definitiv abwechslungsreicher hätte sein können ist die Drumarbeit. Es ist wirklich fast alles Four to the Floor, die Instrumentierung der Drums ähnelt sich und wirkt bei manchen Songs eher unpassen (Teleconnect Part 1).

Das soll aber nicht den Eindruck eines wirklich runden und eingängigen, dabei aber (vorerst) nicht langweiligen und doch recht abwechslungsreichen (Electro-)Pop Albums schmälern.

5 von 6 Punkten gibt es für diese musikalische Kurzweil von meiner Seite.

Es bleibt aber die Frage, ob das noch VNV Nation sind oder ob sie mittlerweile hinter den Erwartungen der Fans zurückhängen (müssen), sofern sich die Band weiterentwickeln will. Entscheidet selbst. Transnational ist aber für jeden Elektronikfreund mit Hang zu Melodien zu Empfehlen!

Anspieltipps sind Retaliate, Primary und Off Screen

-written by Sagaart

Website: http://www.vnvnation.com

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